grzbielok at the movies
Samstag, 20. April 2002
Es ist so dunkel in seiner Welt

Eine Handvoll Filme hat David Fincher erst gemacht, genau fünf, und doch kann man ihn zu den aufregendsten Regisseuren weltweit zählen. Zurecht. Was nicht selbstverständlich ist für einen jungen Regisseur: Seine Werke zeichnen sich durch einen eigenen Look aus - düster, immer sehr modern, eine sehr bewegliche Kamera.

Das technische Rüstzeug hat er sich, wie viele seiner Kollegen, als Werbefilmer erworben. Schon damals galt er als einer der visuell einfallsreichsten Künstler. In die Schule gegangen ist er bei George Lucas: in dessen Trickschmiede Industrial Lights and Magic, ILM. Dafür habe er einst beinahe die Schule abgebrochen, erzählt er immer wieder. Er war 18 und legte Film in die Kameras ein, schwang in den Produktionshallen den Besen. „Alles andere, was über mich aus dieser Zeit behauptet wird, ist glorifizierende PR“, räumt Fincher mit Vorteilen auf.

Ein Stück Geniales, auch vom Spannungsverlauf, gelang Fincher bereits mit seinem zweiter Film: „Sieben“. Dieser Serienkiller-Streifen gehört sicher zu den zehn besten Filmen der 90er Jahre - und ließ mit seinem schockierenden Ende (Brad Pitt bekommt vom Paketboten den Kopf seiner Frau geschickt) das Publikum zusammenzucken. Brad Pitt als durchschnittlicher Amerikaner, der stellvertretend für die Nation vor der Amoralität der Verbrechen von John Doe kapituliert. Und daneben Morgan Freeman als Symbol für die Aufklärung: der erste Cop, der eher in einer Bücherei als in einem Polizeirevier zu Hause ist. Die drei Hauptdarsteller brillieren: und das, obwohl Fincher sagt: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, ein Schauspieler zu sein. Dafür müsste ich Kurse nehmen.“

Nicht ganz so erfolgreich lief dann „The Game“, und das trotz des mittlerweile sprichwörtlichen Fincher-Endes, das dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzieht. Allzu manipulativ fühlte sich darin der Umgang mit der Erzällogik an.

Für Aufmerksamkeit sorgte dann wieder „Fight Club“. Darin erzählt Fincher von weißen Mittelklassemännern, die sich vor Langeweile in Untergrundclubs treffen - um sich zu prügeln. Ein Schauspielerfilm, aber eben auch ein Effektefilm: Nicht weniger als 80 Effekte wurden dafür von elf Special-Effects-Firmen geliefert, nur 20 waren geplant. Fincher hatte vor den Dreharbeiten bereits ihr Aussehen im Kopf. Mit Computerprogrammen wurden die Szenen simuliert, die Effektemacher mussten sich genau an Finchers Vorgaben halten. Aber genug der Worte darüber: Die erste Regel des Fight Clubs lautet: Rede nie über den Fight Club.

Kaum jemand mag sich erinnern, aber im Rückblick ist es umso erstaunlicher. Fincher hat auch im dritten Teil der Alien-Saga Regie geführt. Und diese Riesenproduktion war sein Spielfilmdebüt. Schon bei dieser Studioproduktion konnte er Ansätze seines Stils zeigen: Schwach beleuchtet scheint der ganze Film.

Die Dunkelheit war auch bei der DVD-Produktion von „Fight Club“ ein echtes Problem: Kein Labor konnte Abzüge liefern, bei denen Schwarz als echtes Schwarz erschien. Es war immer nur ein verwaschenes Grau, oft sogar noch grünstichig. Fincher ging der Sache auf den Grund: Die Abzüge waren schnell gemacht worden, daher die geringe Qualität. Die Firma besserte nach.

Und dann war der Transfer schwarz. Eben düster, wie fast alle Szenen im Spielfilm-Werk von Fincher. Eine Figur, ausgerechnet ein Android, spricht gerade das an: „Es ist so dunkel hier drin.“ Kein Wunder, sagt Fincher doch selbst über sich: „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Dämonen ich in mir trage.“ Aus der Rückschau ist Fincher - natürlich - schlauer, was „Alien 3“ angeht. „Heute würde ich sehr viel anders machen. Ich habe aber sehr viel gelernt. Ich habe zu vielen Leuten alles recht machen wollen.“

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Freitag, 12. April 2002
david fincher portrait

gerade war ein bisschen zeit, da habe ich mein fincher-portrait vervollstaendigt. hier ein ausschnitt, in der nächsten woche dann die komplette fassung:

"... Das technische Rüstzeug hat er sich, wie viele seiner Kollegen, als Werbefilmer erworben. Schon damals galt er als einer der visuell einfallsreichsten Künstler. In die Schule gegangen ist er bei George Lucas: in dessen Trickschmiede Industrial Lights and Magic, ILM. Dafür habe er einst beinahe die Schule abgebrochen, erzählt er immer wieder. Er war 18 und legte Film in die Kameras ein, schwang in den Produktionshallen den Besen. -„Alles andere, was über mich aus dieser Zeit behauptet wird, ist glorifizierende PR“, räumt Fincher mit Vorteilen auf. ..."

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Donnerstag, 11. April 2002
links zu the scorpion king

eine dürftige homepage hat universal seinem geplanten b.o.-schlager spendiert: www.the-scorpion-king.com

empfehlenswert ist der soundtrack www.scorpionkingmusic.com, von dem allerdings nur zwei titel im film vorkommen, wenn man dem abspann glauben schenkt.

aber der soundtrack enthält ja auch music from and inspired by the motion picture.

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Last modified: 12.04.02 18:07
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eine dürftige homepage hat universal seinem geplanten b.o.-schlager spendiert: http://www.the-scorpion-king.com/...
by grzbielok (11.04.02 16:14)
heute the scorpion king gesehen
die deckenszene in the mummy returns war ja eine warnung...
by grzbielok (11.04.02 16:05)

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